10.08.2020

Desksharing – Verheißungsvolle Zukunft?

Einer Studie der DZ Bank zufolge, werden Schreibtische im Schnitt nur an 190 Tagen im Jahr genutzt. Als Grund dafür werden krankheitsbedingte Abwesenheit der Mitarbeiter, Home-Office und Dienstreisen sowie Fortbildungen benannt. Die aktuelle Situation, in der seit Monaten aufgrund der Corona-Pandemie verstärkt im Home-Office gearbeitet wird, wird die Quote noch weiter senken. Der Bundesarbeitsminister Heil will im Herbst ein Gesetz vorlegen, dass ein Recht auf Home-Office schafft. Dies unabhängig vieler Studien, die sich mit dem Thema Home-Office befassen und einen Trend erkennen, der über die Pandemie hinausgeht.

Alternativen wie Desksharing sind für Arbeitgeber vor allem aus wirtschaftlicher Sicht sicher reizvoll.

Kritische Stimmen kommen von Arbeitspsychologen. Sie sind der Auffassung, dass selten diejenige, die ein Desksharing-Konzept einführen, auch diejenigen sind, die so arbeiten. Auch fehle ein persönlicher Arbeitsbereich, welchem es dem Mitarbeiter ermöglicht konzentriert und kreativ arbeiten zu können. Dies kann bewirken, dass sich Mitarbeiter zum Unternehmen weniger (oder gar nicht) zugehörig fühlen.

Es besteht die Gefahr, dass Konzepte, von welchen sich noch mehr Effizienz versprochen wird, für Mitarbeiter einen (schweren) Eingriff ins gewohnte Darstellen und das Ziel verfehlen. Dies völlig unberücksichtigt der Tatsache, dass die täglich benötigten Daten und Dokumente digital vorliegen müssen und ein unmittelbarer Austausch mit Kollegen nicht gegeben ist.